Umweltkatastrophe Ecuador: EEB startet Crowdfunding-Kampagne um Schadenersatz von Chevron einzufordern

Umweltrecht & KonsumentInnenschutz (EBI,TTIP)

Das European Environmental Bureau (EEB) hat eine Crowdfunding-Kampagne gestartet, um den internationalen Konzern Chevron zur Bezahlung eines per Gerichtsbeschluss festgelegten Schadenersatzes zu zwingen. Es geht dabei um die größte Ölkatastrophe im Regenwald von Ecuador und eines der größten Umweltdesaster der Weltgeschichte.

Im Jahr 2011 wies der Oberste Gerichtshof in Ecuador Chevron an, über neun Milliarden US Dollar für ein Gesundheitsprogramm für die Opfer und die Reinigung der Ländereien zu entrichten. Chevron weigerte sich allerdings zu bezahlen und kündigte den Opfern „lebenslange Gerichtsverfahren“ an. Mit Hilfe der Crowdfunding-Plattform „Grrrowd“ soll den Opfern in ihrem Kampf gegen Chevron geholfen werden.

„Die unangemessene Erdölförderung im Lago Agrio Ölfeld, die zwischen 1964 und 1995 von Texaco (heute Chevron) betrieben wurde, hatte die großflächige Verschmutzung von 400.000 Hektar Amazonas-Regenwald zur Folge. Seitdem sind die dort ansässigen indigenen Menschen und Farmer dazu gezwungen, tagein, tagaus Gifte zu atmen, zu trinken und zu essen. Aufgrund der andauernden Belastung durch verunreinigtes Wasser und Ländereien, werden viele von ihnen krank und sterben. In dem betroffenen Gebiet erkranken die Anwohner häufiger an Krebs und anderen Leiden als in anderen Gebieten in derselben Region. Bis heute fallen dieser Katastrophe jeden Tag neue Menschen zum Opfer, weil die Verunreinigung dort solange fortbestehen wird, bis Chevron gezwungen wird, das Urteil des Höchsten Gerichts in Ecuador zu befolgen und für die Reinigung des verseuchten Gebiets aufzukommen.“

„Im Jahr 1993 verklagten 30.000 Opfer Chevron (früher Texaco) in New York in einer Sammelklage. Doch neun Jahre später überzeugte Chevron den Gerichtshof in den USA, den Fall an die ecuadorianischen Gerichte zu verlegen. Um dafür zu sorgen, dass der Fall in den USA abgelehnt wird, lobte Chevron die bestehenden rechtlichen Institutionen in Ecuador. Die anschließende Gerichtsverhandlung dauerte zehn Jahre und befand Chevron schließlich schuldig, dem Amazonas-Regenwald und den Menschen dort Schaden zugefügt zu haben. Dieses Urteil verpflichtete Chevron über neun Millionen US Dollar Schadensersatz für ein Gesundheitsprogramm für die Opfer und für die Säuberung der Ländereien zu leisten und wurde mehrmals neu aufgerollt und von drei gerichtlichen Instanzen in Ecuador, einschließlich des Obersten Gerichtshofs, bestätigt. Da Chevron sich weigert, zu bezahlen und die Aktivposten aus Ecuador entzog, unternehmen die Opfer nun rechtliche Schritte, um die Pfändung von Chevrons Vermögen in anderen Ländern zu erwirken, um ihre legitime Entschädigung für das Gesundheitsprogramm und die Säuberung einzutreiben.

Aufgrund der immensen Präzedenzwirkung des Ergebnisses, sprechen und beobachten Menschen (und Ölfirmen) auf der ganzen Welt diesen Fall. Sollte Chevron mit der Missachtung der gesetzlichen Regeln durchkommen, wird sich an den gefährlichen und unverantwortlichen Arbeitsweisen anderer Ölfirmen weltweit nichts ändern. Wird Chevron allerdings für den verursachten Schaden in Verantwortung gezogen, stehen globale Veränderungen in der Handhabung von Sicherheitsstandards und Versicherungskosten der Erdölgewinnungsmethoden auf dem Programm.“

Pablo Fajardo, Menschenrechtsanwalt die 30.000 Opfer in diesem Fall darstellt, erklärt: “Chevrons Verschmutzung unserer Ländereien hat viele unserer Menschen krank gemacht und umgebracht. Um der Entrichtung des legitimen Schadensersatzes für das Gesundheitsprogramm und die Säuberung zu entgehen, hat Chevron eine Heerschar aus 2.000 Anwälten engagiert, um uns zu bezichtigen, wir würden versuchen, ihnen Geld abzunötigen. Wir können uns keine Armee aus Anwälten leisten und haben es auch nicht nötig. Wir haben die Wahrheit auf unserer Seite und müssen nur lange genug weiterkämpfen, um Chevron in die Knie zu zwingen.”

Das vom EEB gestartete Crowdfunding-Projekt zielt darauf ab, eine Spendensumme in Höhe von 133.333 Euro zu sammeln, um die indigenen Menschen in Ecuador in ihrem Kampf gegen Chevron zu unterstützen.

Crowdfunding: Umweltkatastrophe Ecuador – Kampf gegen Chevron