Umweltministerrat zur Einbeziehung des Flugverkehrs in den Emissionshandel

Klima & Energie

Beim Umweltministerrat am 20.12.2007 wurde wie geplant ein gemeinsamer Standpunkt zur Einbeziehung des Flugverkehrs in den EU-Emissionshandel beschlossen. Kernpunkte sind:
- Ab 2012 werden alle Flüge mit Start und Ziel in der EU in das System eingebunden.
- Zertifikate werden 2012 in der Höhe von 100 % der durchschnittlichen Emissionen zwischen 2004 und 2006 ausgestellt.
- Auch 2013-2020 soll die Obergrenze für Zertifikate bei 100% liegen, dies kann sich durch den Review des Emissionshandelssystems aber noch ändern.
- 10 % der Zertifikate müssen versteigert werden, die Einnahmen "sollen" für Klimamaßnahmen und zur Deckung der Verwaltungskosten des Systems verwendet werden. Die Letztentscheidung darüber liegt aber bei den Mitgliedstaaten.
- 3 % der Zertifikate werden für neue Fluglinien und schnell wachsende Fluglinien "aufgehoben" - damit wird das erwartete rasche Wachstum von Fluglinien in den neuen Mitgliedstaaten berücksichtigt.

Der gemeinsame Standpunkt muss nun noch ausgearbeitet und vom Rat abgesegnet werden, dann beginnt die zweite Lesung im Europäischen Parlament.

Transport and Environment T&E kritisiert insbesondere die hohe Zahl an zu vergebenden Zertifikaten - damit würde dem Flugverkehrssektor erlaubt, 90 % mehr CO2 zu emittieren als 1990. Andere Sektoren haben ihre Emission seit 1990 - in Einklang mit dem Kyoto-Protokoll - bereits um 8 % reduziert.

Presseprotokoll Umweltministerrat (en pdf 262kb)
Pressemeldung T&E (en)