UN-Bericht Teil 2 warnt vor gravierenden Folgen des Klimawandels
Klima & Energie
Der zweite Teil des Klimaberichts des IPCC (UN intergovernmental panel on climate change) wurde am 6. April 2007 veröffentlicht. Darin beschäftigt sich das UN-Gremium mit den Folgen des Klimawandels und notwendigen Anpassungsmaßnahmen.
Ohne einschneidende Maßnahmen zeichnet das IPCC ein düsteres Bild der Folgen des vom Menschen verursachten Klimawandels:
- Das Risiko von Dürren und Fluten würde massiv ansteigen. Im Jahr 2050 könnten mehr als 1 Mrd. Menschen von Trinkwasserknappheit bedroht sein. Gesundheitliche Probleme würden massiv ansteigen.
- Landwirtschaftliche Erträge würden in einigen Ländern um bis zu 50 % sinken.
- Die ärmsten Länder der Erde werden vom Klimawandel am stärksten betroffen sein.
- 20 bis 30 % der Tier- und Pflanzenarten würden weltweit vom Aussterben bedroht sein, wenn die globale Durchschnittstemperatur um mehr als 1,5 bis 2,5 Grad Celsius ansteigt.
- Für Europa werden unterschiedliche Auswirkungen je nach Region prognostiziert: Dürren und Hitzewellen im Süden, Fluten und Erosion in Zentraleuropa, Wasserknappheit in östlichen Regionen sowie Gletscher- und Schneeschmelze, gesundheitliche Folgen und massiver Verlust von Tier- und Pflanzenarten.
- Sowohl Entschärfung des als auch Anpassung an den Klimawandel werden vom IPCC dringend gefordert. Selbst bei sofortigem Handeln ist ein gewisser Klimawandel nicht mehr vermeidbar.
Politische Streitereien gab es um die endgültige Formulierung der "Zusammenfassung für EntscheidungsträgerInnen", die Anfang April in Brüssel zwischen den Delegationen verhandelt wurde. China, Saudi Arabien, Russland und die USA waren führend im Versuch, bestimmte Formulierungen abzuschwächen, was teilweise zu heftigen Protesten von WissenschafterInnen - den eigentlichen AutorInnen des Berichts - führte.
Für EU-Umweltkommissar Dimas unterstützt der Bericht das EU-Ziel einer globalen Erwärmung auf höchstens 2 Grad Celsius über dem vorindustriellen Niveau.
Umweltorganisationen unterstrichen in ihren Reaktionen auf den Bericht die Dringlichkeit von Aktivitäten gegen den Klimawandel - es müssen endlich die vorhandenen Lösungen umgesetzt werden.
Der 3. von insgesamt 4 UN-Klimaberichten - zum Thema Entschärfung des Klimawandels - wird für Mai erwartet, der Schlussbericht dann im November 2007.
Website IPCC (en)
Zusammenfassung für EntscheidungsträgerInnen (en pdf 548kb)
Zusammenfassung Earth Negotiations Bulletin (en pdf 616kb)
UN Pressemeldung (en)
Pressemeldung IP/07/491 Kommission
Pressemeldung WWF (en)
Pressemeldung Greenpeace (en)
Pressemeldung FOE Europe (en)