UN-Klimagipfel beschließt Bali-Roadmap

Klima & Energie

Das beste an der UN-Klimakonferenz in Bali (3.-14.12.2007) war, dass es ein Ergebnis gab: Es wurde ein Fahrplan für die nächsten zwei Jahre beschlossen, die so genannte Bali-Roadmap. Ende 2009 soll dann in Kopenhagen eine neue globale Klimapolitik beschlossen werden. Diese soll quantifizierte Reduktionsziele für die Industriestaaten enthalten, arme Länder sollen "angemessene" Reduktionsmaßnahmen setzen.
Wie hoch die Reduktionsziele für die Industrieländer ausfallen sollen, wurde nicht festgelegt - eine Fußnote verweist allerdings auf den IPCC-Bericht, der Kürzung von 25-40 % bis 2020 für notwendig hält.
Die Arbeitsgruppe der Kyoto-Länder erreichte schließlich ein Teilergebnis, in dem die IPCC-Ziele klar als Ziele definiert werden - immerhin ein Teilerfolg, da der Kyoto-Prozess natürlich Rückwirkungen auf die globalen Klimaverhandlungen hat.
Weiters wurden zu Entwaldung, Technologietransfer und dem Anpassungsfonds Einigungen erzielt.

Die Reaktionen von Umweltorganisationen ähnelten einander: Gut, dass es eine Einigung gab - aber eine Festlegung auf klare Ziele wäre besser gewesen.
Die EU - lobt Friends of the Earth Europe - habe diesmal gemeinsam mit den armen Ländern ihre Stellung gehalten. Allerdings sei sie erst auf der Konferenz aufgewacht, sie hätte all das bereits früher und stärker tun müssen. Nun muss die EU ihre Hausaufgaben machen: Die Bush-Administration isolieren, klare eigene Maßnahmen setzen, finanzielle Verantwortung für die Anpassung an den Klimawandel in armen Ländern übernehmen - und sich zu Emissionsreduktionen von zumindest 30% bis 2020 verpflichten.

Bali-Roadmap (en pdf 101kb)
UNFCCC-Website Bali (en)
Ergebnisse Bali (mit Links zu den Dokumenten)
Pressemeldung UNO (en)
MEMO/07/588 Europäische Kommission (en)
Earth Negotiation Bulletin (en)
Pressemeldung USA/Weißes Haus (en)
Pressemeldung Greenpeace International (en)
Pressemeldung FoE Europe (en)
ENDS Bali Blog (en)