UNEP-Studie: Dieselruß ist für die Arktis fast so schlimm wie CO2

Klima & Energie

Rußpartikel sind in der Arktis für fast die Hälfte der Eisschmelze verantwortlich.

Vom 4.-6. Juni wird in Rio de Janeiro die „Rio+20“-Konferenz der UNO stattfinden, die Nachfolgekonferenz der ersten Konferenz zum Thema Umwelt und Entwicklung, die 1992 stattfand.

Die UNEP, das United Nations Environment Programme, wünscht sich für diese Konferenz als einen Schwerpunkt die Bekämpfung von Dieselruß, der nicht nur große schädliche Auswirkungen auf die Gesundheit der Menschen sondern auch auf das Klima hat, berichtet der VCÖ (Verkehrsclub Österreich) in einer Aussendung.

Die UNEP veröffentlichte Anfang Juni einen Bericht zu diesem Thema, der die Gefahren von Dieselruß für Menschen und Umwelt eindrucksvoll aufzeigt.

Auch große Umweltschutzorganisationen setzen sich für einen stärkeren Kampf gegen Dieselruß ein. Die vor zwei Jahren gestartete Kampagne „Rußfrei fürs Klima!“ ist eine gemeinsame Aktion von deutschen Umwelt- und Verbraucherschutzverbänden (Bund für Umwelt- und Naturschutz (BUND), Naturschutzbund Deutschland (NABU), Verkehrsclub Deutschland (VCD) und Deutsche Umwelthilfe (DUH)).

Rußpartikel sind zwar kurzlebiger als CO2-Emissionen, aber sie verstärken deutlich die Klimaerwärmung. „Rußpartikel lagern sich auf den Eisflächen der Arktis oder auf Inlandsgletschern ab und bilden eine Art „Grauschleier“, der die Reflektion des Sonnenlichts reduziert und so das Abschmelzen des Eises beschleunigt. Außerdem heizen sich die schwarzen Teilchen im Sonnenlicht auf, erwärmen ihre Umgebung und beeinflussen zudem die Wolkenbildung, mit der Folge einer weiträumigen Veränderung der Niederschlagsverhältnisse“, erklärt BUND-Experte Werner Reh.

Laut UNEP-Studie könnte die globale Klimaerwärmung bis zum Jahr 2050 um 0,5 Grad Celsius gesenkt werden, wenn entsprechende Maßnahmen zur Reduzierung der Rußemissionen getroffen werden. Rußpartikel sind sehr kurzlebig, weshalb Maßnahmen zur Reduktion von Emissionen schnelle Aussicht auf Erfolg haben.

Kampagne "Rußfrei fürs Klima" und Download der UNEP-Studie