UNEP: Uneinheitlicher Kurs bei Emissionskompensation
21. Juni 19
Das Agieren des UN-Umweltprogramms (UNEP) in Bezug auf CO2-Kompensation sorgt bei UmweltschützerInnen für Verwunderung. UNEP hat am 10. Juni eine ungewöhnlich scharfe Kritik an CO2-Kompensationsmechanismen veröffentlicht. Am folgenden Tag wurde der Artikel dann jedoch wieder entfernt.
Im Originalartikel, der mittels dem Onlinearchiv „Wayback Machine“ noch aufzufinden ist, warnte ein Klimaexperte der UN-Organisation davor, die CO2-Kompensation als „Freikarte“ zu betrachten. „Die Ära der CO2-Kompensation neigt sich dem Ende zu", schrieb darin Niklas Hagelberg. „Kohlenstoffgutschriften im Austausch für ein reines Gewissen zu kaufen, während man weiter fliegt, Dieselautos kauft und sein Zuhause mit fossilen Brennstoffen versorgt, ist nicht mehr akzeptabel.“
Hagelberg, der vom Newsportal „Climate Home News“ kontaktiert wurde, machten den Redaktionsprozess dafür verantwortlich, einige "widersprüchliche Botschaften" in seinen Originaltext aufgenommen zu haben. „Dies ist eine Webstory und kein offizielles Positionspapier. Allerdings sieht [UNEP] Offsets als Zwischenlösung.“
Am nächsten Tag verfolgte ein überarbeiteter Artikel eine sanftere Linie: Die Bewertung von CO2-Kompensation wurde von „nicht mehr akzeptabel“ auf „von Menschen, die über den Klimawandel besorgt sind, in Frage gestellt“ geändert. Offizielle SprecherInnen reagierten nicht auf Anfragen zur Stellungnahme.
Euractiv: UN Environment official attacks agency’s own carbon offsetting policy