Ungarn setzt sich ehrgeizige Klimaziele und könnte kräftig daran verdienen
Klima & Energie
Die ungarische Regierung strebt an, die CO2-Emissionen des Landes bis 2020 gegenüber dem Basisjahr 1990 um 40% zu reduzieren, ExpertInnen halten das Vorhaben für umsetzbar.Derzeit hat Ungarn seine Emissionen gegenüber 1990 um 25% reduziert, was überwiegend auf die Umstrukturierung der Wirtschaft nach dem Ende des Sozialismus zurückzuführen ist.
Unabhängig von ihren Ursachen haben die hohen Treibhausgasreduktionen Ungarn in eine attraktive Position gebracht: Der Verkauf überschüssiger Emissionszertifikate könnte sich für das Land als profitabel erweisen.
Der ehemalige ungarischen Europaparlamentarier Peter Olajos geht z.B. davon aus, dass Ungarn allein über 3.5 Milliarden Ä generieren könnte, wenn es die Emissionen auf dem aktuellen Level hält.
Die ambitionierten Ziele sollen durch Förderung erneuerbarer Energien und einer Erhöhung der Energieeffizienz erreicht werden. Der Ausbau der erneuerbaren Energien könnte dem Land auch dabei helfen, seine starke Abhängigkeit von importierten Energieträgern zu reduzieren. Ungarn hat sich deshalb auch dazu verpflichtet, den Anteil erneuerbarer Energien am gesamten Energieverbrauch bis 2020 auf 13% zu erhöhen, 2006 stammten nur 4,7% des Energieverbrauches aus regenerativen Energiequellen.
Die EU-Mitgliedstaaten haben sich dazu verpflichtet, bis 2020 gemeinsam die CO2-Emissionen und den Energieverbrauch um 20 Prozent zu reduzieren und den Anteil der erneuerbaren Energie im Energiemix der Union auf 20 Prozent zu erhöhen.