Unkontrollierter Biogas-Ausbau mit öffentlichen Geldern finanziert
Der Bericht der "Methane Matters"-Koalition, ein Zusammenschluss zivilgesellschaftlicher Organisationen, empfiehlt den politischen Entscheidungsträgern der EU, für eine angemessene Regulierung des Biogassektors zu sorgen, indem sie unverzüglich eine Umweltverträglichkeitsprüfung des RePowerEU-Ziels durchführen, und fordert die sofortige Einstellung jeglicher öffentlicher Finanzierung, bis diese abgeschlossen ist. Die unkontrollierte Ausweitung der Biogas- und Biomethanproduktion in der EU ohne Umweltverträglichkeitsprüfung birgt die Gefahr, dass die Umweltverschmutzung weiter zunimmt, die industrielle Viehzucht angeheizt und die Klimaziele untergraben werden.
Die wichtigsten Ergebnisse
Keine einzige der untersuchten EU-Politiken mildert die potenziellen negativen ökologischen und sozialen Auswirkungen der Biogas- und Biomethanproduktion in der Region ausreichend ab. Die Biomethan-Industriepartnerschaft hat der Industrie die Tür geöffnet, um die Biogaspolitik zu bestimmen und zu diktieren, was als nachhaltig gilt. Die Industrie ist in der Lage, 37 Milliarden Euro an öffentlichen Geldern für Biogasprojekte zu erhalten, ohne dass eine Umweltverträglichkeitsprüfung durchgeführt wurde. Der Biogas-Ansturm hat bis 2030 zu weiteren privaten Investitionen in Höhe von 28 Milliarden Euro geführt und birgt das Risiko, in eine nicht nachhaltige Biogaserzeugung verwickelt zu werden und langfristige Klima- und Finanzrisiken zu schaffen. Die drei größten Begünstigten dieser Investitionen sind Spanien, Dänemark und das Vereinigte Königreich. Sowohl in Spanien als auch in Dänemark gibt es umfangreiche industrielle Tierhaltungsbetriebe, die die lokale Umweltverschmutzung und Wasserqualität stark beeinträchtigen, während das Vereinigte Königreich die Verwendung von Gülle als Rohstoff fördert. Die EU behandelt Gülle als "emissionsfreies" Abfallprodukt und ignoriert Emissionen aus der enterischen Fermentation und Landnutzungsänderungen. Seit 2019 hat die Verwendung von Gülle als Rohstoff zugenommen. Subventionen könnten Anreize nach amerikanischem Vorbild schaffen, die zu einem jährlichen Anstieg der Viehbestände um 3,7 % geführt haben. Deutschland, Irland, die Niederlande und das Vereinigte Königreich fördern aktiv die Verwendung von Gülle als Rohstoff. Es gibt auf EU-Ebene keine Vorschriften für Methanleckagen aus Biogasanlagen. Aktuelle Schätzungen gehen davon aus, dass etwa 5 % des Methans in den Versorgungsketten in der EU durch Leckagen verloren gehen. In Dänemark, Deutschland und dem Vereinigten Königreich gibt es zwar nationale Vorschriften für Leckagen, diese werden jedoch uneinheitlich angewandt, und jüngste Untersuchungen haben gezeigt, dass es weiterhin Leckagen gibt. Für Irland, Polen und Rumänien konnten keine Pläne gefunden werden. Der Biogas-Ansturm ermöglicht Greenwashing, da fossile Brennstoffe mit Methan gemischt werden, um Biogas für das Netz zu erzeugen, was den Ausstieg aus fossilen Brennstoffen verzögert.
Exposed: Uncontrolled biogas expansion funded by public purse