US-Behörde trägt Mitschuld am Tod der Bienen

Landwirtschaft, Gentechnik & Tierschutz

Die amerikanische Environmental Protection Agency (EPA) erteilte die Bewilligung für ein Pestizid trotz eindeutiger Beweise, dass dieses für Bienen hochgiftig ist.

Die amerikanische Environmental Protection Agency (EPA) hat eigentlich die Aufgabe, die Umwelt zu schützen. Das dürfte aber den Beamten der Behörde nicht klar sein, denn sie genehmigten im Jahr 2003 ein Pestizid, dass von ihren eigenen WissenschafterInnen verdammt wurde und für Bienen als „giftig“ beschrieben wird.

In einem Artikel für das Online-Magazin „Grist“ beschreibt der amerikanische Journalist Tom Philpott, wie die EPA ihre Aufsichtspflicht verletzte und die Bewilligung für das Pestizid Clothianidin des Konzerns Bayer trotz massiver Einsprüche der hauseigenen EPA-WissenschafterInnen erteilte.

Bayer verzögerte außerdem eine Studie, die von der EPA als „zwingend“ für die Zulassung verlangt wurde. In der Zwischenzeit verkaufte der Konzern jahrelang große Mengen des giftigen Pestizids an US-Bauern mit einer beschränkten Zulassungsbewilligung.

Als die Studie endlich bei der EPA eingereicht wurde und UmweltschützerInnen in der Folge Einsicht in die Daten verlangten, weigerte sich die EPA, die Studie zu veröffentlichen. Sie wurden erst im Zuge eines Gerichtsverfahrens gegen die EPA freigegeben und dabei stellte sich heraus, dass die Bayer-Studie wertlos war. Die EPA erteilte trotzdem die Zulassung dieses für Bienen hochgiftige Pestizids.

Im Zuge des weltweiten Bienensterbens kamen diese Mißstände innerhalb der EPA jetzt ans Licht der Öffentlichkeit. WissenschafterInnen forschen weltweit fieberhaft nach den Ursachen für das globale Bienensterben, da mehr als 80% aller Pflanzen von der Bestäubung durch die Bienen abhängig sind.

Anderen Ländern ist die Gefahr für Tiere und Umwelt durch Clothianidin sehr wohl bewußt: in Frankreich wurde das Pestizid nicht bewilligt, in Deutschland verbot das Bundesministerium für Landwirtschaft nach einem Massensterben der Bienen im Jahr 2008 den Einsatz dieses Giftstoffes für den Mais-Anbau. Trotzdem erzielte der Konzern laut Informationen des Vereins „Coordination gegen BAYER-Gefahren“ im letzten Jahr einen Umsatz von rund 900 Millionen Euro durch den Verkauf von Clothianidin.

Grist: Holy Smoking Bee Gun, Batman! (en)
EPA-Memorandum: Clothianidin Registration (en)
Coordination gegen BAYER-Gefahren