USA: Mars und Kellogg kennzeichnen Gentechnik-Produkte
Landwirtschaft, Gentechnik & Tierschutz
Der US-Senat hat am 16. März 2016 ein Kennzeichnungsgesetz für Gentechnik in Lebensmitteln abgelehnt, das mehr Transparenz nur auf freiwilliger Basis ermöglicht und strengere Vorschriften in einzelnen Bundesstaaten verhindert hätte, berichtet der Informationsdienst Gentechnik.Der Entwurf, den Verbraucherorganisationen als „Deny Americans the Right to Know (DARK) Act“ bezeichnen, erhielt im Senat nicht genügend Stimmen. Das Abgeordnetenhaus hatte den Entwurf vorher bereits bewilligt. Das Gesetz hätte unter anderem verhindert, dass im Bundesstaat ein Kennzeichnungsgesetz für Genfood in Kraft treten kann.
„Als die Senatoren im US-Kongress vor zwei Wochen gegen ein auf Freiwilligkeit gestütztes Kennzeichnungsgesetz stimmten, erteilten sie auch der Lebensmittelindustrie eine Absage“, schreibt der Informationsdienst Gentechnik. „Die wollte verhindern, dass einzelne Bundesstaaten eine verpflichtende Kennzeichnung für Gentechnik-Pflanzen in ihren Produkten einführen. Doch genau dafür ist der Weg nun frei – Vermont macht im Juli den Anfang.“
Mehrere Konzerne ziehen jetzt Konsequenzen, berichtet der Informationsdienst Gentechnik. „So wollen Mars, Kellogg und General Mills in den kommenden Monaten Gentechnik-Hinweise auf ihre Verpackungen drucken.
Da es zu aufwendig wäre, unterschiedliche Verpackungen für Vermont auf der einen, für die übrigen 49 Bundesstaaten auf der anderen Seite zu nutzen, werden die Unternehmen ihre Snacks, Fertiggerichte, Frühstücksflocken und Schokoriegel landesweit in der Vermont-Version offerieren. Das bedeutet: im Kleingedruckten wird angegeben, wenn Öl aus gentechnisch veränderten Sojabohnen, Stärke oder Zuckersirup aus Gentech-Mais enthalten ist. Anders als in der EU gibt es eine solche Gentechnik-Kennzeichnung in den USA bislang nicht.“
Über 90 Prozent der Soja- und Maisproduktion findet in den USA auf Gentechnik-Farmen statt, viele Produkte enthalten Zutaten aus diesen Pflanzen. Umfragen würden aber zeigen, so der Informationsdienst Gentechnik, „dass eine deutliche Mehrheit der US-Verbraucher sich eine verpflichtende Kennzeichnung für solche Lebensmittel wünscht. Vermont ist der erste Bundesstaat, in dem ein entsprechendes Gesetz in Kraft tritt“.
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