USA schränken Einsatz von Antibiotika in der Tierzucht ein
Umweltrecht & KonsumentInnenschutz (EBI,TTIP)
Rund 80 Prozent aller in den USA verkauften Antibiotika werden in der Tierzucht eingesetzt. Wegen des weitreichenden Einsatzes dieser Medikamente entwickeln die Menschen immer mehr Resistenzen gegen Antibiotika. In den USA sterben aus diesem Grund laut „New York Times“ jährlich rund 99.000 Menschen.Die Federal Drug Administration (FDA) will jetzt deshalb zum ersten Mal die Verwendung von Antibiotika in der Tierzucht einschränken. Ähnliche Initiativen scheiterten in der Vergangenheit am Lobbying der Agrarindustrie, wegen der immer höheren Sterberate der Bevölkerung will die FDA jetzt aber tätig werden.
Antibiotika sollen in Zukunft in der Tierzucht nur noch auf Rezept zu erhalten sein und dürfen nicht mehr als Präventivmaßnahme eingesetzt werden.
Die Initiative wird jedoch von KonsumentenschützerInnen scharf kritisiert, da die FDA ausschließlich auf die freiwillige Mitarbeit der Herstellerfirmen der betroffenen Medikamente zählt. Die Hersteller müssen ihre Medikamente zuerst freiwillig als „verschreibungspflichtig“ deklarieren, nur dann unterliegen die Antibiotika der neuen Regelung.
Die FDA zählt bei ihrer Initiative auf die Kooperation der Unternehmen, eine Sprecherin der Konsumentenschutzorganisation „Center for Sciene in the Public Interest“ fürchtet jedoch, dass die Pharmafirmen die Änderungen so lange verzögern werden, bis eine andere Regierung an die Macht kommt, die den Interessen der Pharmakonzerne dann positiver gestimmt ist.
New York Times: U.S. Tightens Rules on Antibiotic use for Livestock