USEmobility: ÖsterreicherInnen ändern ihr Mobilitätsverhalten

Verkehr & Luft & Industrie

Was bewegt Menschen dazu, ihre Verkehrsmittelwahl zu ändern? Im Zuge des EU-Projektes USEmobility wurde das wechselnde Mobilitätsverhalten in Belgien, Deutschland, Kroatien, den Niederlanden, Österreich und Ungarn analysiert. Der Verkehrsclub Österreich (VCÖ) war als österreichischer Projektpartner beteiligt. Insgesamt wurden rund 10.000 Personen befragt.

Die Ergebnisse zeigen, dass die Menschen in Europa überraschend beweglich in der Wahl ihres Verkehrsmittels sind. Etwa die Hälfte der Befragten hat im Lauf der vergangenen fünf Jahre die eigenen Mobilitäts-Routinen geändert. Insbesondere Veränderungen in der Lebenssituation wie Wohnungswechsel, Beginn einer Ausbildung, Jobwechsel oder der Eintritt ins Pensionsalter führen dazu, die Mobilität neu zu organisieren.

Das Hauptmotiv vom Auto auf öffentliche Verkehrsmittel umzusteigen, sind steigende Kosten beim Autofahren. 65 Prozent gaben die Kosten als Grund für den Umstieg auf öffentliche Verkehrsmittel an. 61 Prozent der Personen, die wegen eines Wohnungs- oder Arbeitsplatzwechsels oder infolge des Ausbaus des Öffentlichen Verkehrs zu Umsteigern wurden, war eine Haltestelle in der Nähe wichtig. Für 54 Prozent sind häufige Verbindungen und für 52 Prozent ist die Umweltfreundlichkeit der öffentlichen Verkehrsmittel ein wichtiges Motiv. Jeder fünfte Umsteigende gab an, keine Freude mehr am Autofahren zu haben.

Die Wahl des Verkehrsmittels ist auch stark einstellungs- und überzeugungsgeprägt. „Pragmatiker“, Menschen, die je nach Situation und Anlass wählen zwischen öffentlichen Verkehrsmitteln und Pkw, bilden in fünf der sechs untersuchten Länder (Belgien, Deutschland, Kroatien, Ungarn und Österreich), die größte Gruppe. Diese lassen sich von rationalen Argumenten überzeugen. Österreich hat mit 31 Prozent die größte Gruppe der puristischen NutzerInnen des Öffentlichen Verkehrs. Im Schnitt sind über 50 Prozent der Befragten nachhaltigkeitsorientiert und/oder offen gegenüber dem Öffentlichen Verkehr.

Multimodalität, also die Kombination mehrerer Verkehrsmittel, ist bereits für viele Menschen ein fester Bestandteil ihres Mobilitätsverhaltens. 35 Prozent kombinieren verschiedene Verkehrsmittel auf einem Weg, weitere 35 Prozent benutzen für ihre Wege abwechselnd verschiedene Verkehrsmittel und 30 Prozent sind monomodal unterwegs, benutzen also generell nur ein Verkehrsmittel. In Österreich macht diese Gruppe 26 Prozent aus. Somit sind in Österreich 74 Prozent der Menschen multimodal unterwegs. Nur in Deutschland sind es mit 77 Prozent noch mehr.

Webseite USEmobility
Abschlussbericht mit detaillierter Auswertung
Verkehrsclub Österreich (VCÖ)