VCÖ-Factsheet 2016-05: Viele Barrieren behindern häufigeres Radfahren
Zu viel Autoverkehr, mangelnde Rad-Infrastruktur und fehlende Radabstellanlagen wurden bei der repräsentativen Radfahr-Umfrage des Verkehrsclubs Österreich (VCÖ) als größte Hindernisse für häufigeres Radfahren genannt. Wo Verbesserungen erlebt werden, wird mehr Rad gefahren.
Sechs von zehn ÖsterreicherInnen im Alter von 16 bis 69 Jahren fahren im Alltag Rad. Sie nutzen das Fahrrad zumindest mehrmals im Jahr als Verkehrsmittel, etwa am Arbeitsweg, für Einkäufe und Erledigungen oder für den Besuch von Freizeiteinrichtungen oder Freunden. Ein weiteres Zehntel nutzt das Fahrrad mehrmals im Jahr oder öfter für Ausflüge oder sportliche Fahrten. Insgesamt fahren in Österreich bereits 43 Prozent der Gesamtbevölkerung mehrmals im Monat oder häufiger mit dem Rad.
Als Hindernisse häufiger Rad zu fahren, werden am häufigsten fehlende Radverbindungen, eine mangelnde Qualität der Radfahr-Infrastruktur, zu viel Kfz-Verkehr und zu wenige Radabstellmöglichkeiten genannt. Verbesserungen in diesen Bereichen werden mit mehr Radverkehr belohnt.
Verbesserungen für den Radverkehr verlagern Autofahrten auf das Fahrrad. Aus Sicht von 15 Prozent der Radfahrenden haben sich die Bedingungen für das Radfahren in ihrem Wohnort stark verbessert, für 39 Prozent haben sie sich etwas verbessert. Je mehr die Befragten Verbesserungen für das Radfahren wahrgenommen haben, desto häufiger fahren sie Rad.
Die Hälfte der häufig Radfahrenden sieht bei der Infrastruktur zum Radfahren Verbesserungsbedarf. Insgesamt ist jeder sechste Radfahrende mit den Bedingungen zum Radfahren im Wohnort unzufrieden, aber immerhin jeder dritte Radfahrer ist „sehr zufrieden“.
45 Prozent der RadfahrerInnen wünschen, dass das Queren von Hauptstraßen sicherer wird. Mit der Anzahl von Radabstellplätzen im Straßenraum sind 43 Prozent unzufrieden, 30 Prozent beklagen die mangelnde Qualität der Radverkehrsverbindungen. Oft sind Radwege zu schmal, der Belag in schlechtem Zustand oder parkende Autos nehmen dem Radverkehr Platz weg.
Jede vierte Rad fahrende Person beklagt die mangelnde Länge des Radnetzes im Wohnort und, dass zu wenige Einbahnen für das Radfahren geöffnet sind.
Die VCÖ-Radfahr-Umfrage zeigt, dass Verbesserungen bei der Fahrradmitnahme im Öffentlichen Verkehr die Zahl der Rad-Ausflüge deutlich erhöhen können. Aber auch für Wege im Alltag werden Verbesserungen bei der Fahrradmitnahme gewünscht. 56 Prozent der Radfahrenden gaben bei der Umfrage an, dass sie einzelne Strecken deshalb nicht mit dem Rad fahren, weil das Fahrrad nicht im Öffentlichen Verkehr mittransportiert werden kann.
VCÖ-Factsheet 2016-05: Viele Barrieren behindern häufigeres Radfahren