VCÖ: Österreichs Städte haben beim Radverkehr im EU-Vergleich aufzuholen

Mit 20 Prozent Radverkehrsanteil sind Bregenz und die Stadt Salzburg Österreichs Spitzenreiter beim Radfahren. Eine aktuelle Analyse des Verkehrsclubs Österreich (VCÖ) zeigt, dass Österreichs Städte aber im EU-Vergleich noch viel aufzuholen haben.

Die Champions beim Radfahren in Europa sind das deutsche Oldenburg sowie die niederländischen Städte Eindhoven, Groningen und Houten, wo jeweils vier von zehn Alltagswegen mit dem Rad gefahren werden. Bei den Städten mit mehr als 500.000 Einwohnerinnen und Einwohnern sind Amsterdam (32 Prozent) und Kopenhagen (30 Prozent) die Spitzenreiter. Berlin kommt auf 13 Prozent, Wien ebenso wie Dublin auf 7 Prozent, in Paris beträgt der Radverkehrsanteil 3 Prozent.

„Beim Radfahren sind Österreichs Städte vom Europameister Titel weit entfernt“, sagt VCÖ-Experte Markus Gansterer. Österreichs Spitzenreiter beim Radfahren sind Bregenz und die Stadt Salzburg mit jeweils 20 Prozent Radverkehrsanteil, Schlusslicht bei den Landeshauptstädten ist Eisenstadt mit zwei Prozent. Ein Hauptgrund für den vergleichsweise niedrigen Radverkehrsanteil in Österreich ist die mangelnde Infrastruktur. Der VCÖ spricht sich für mehr Investitionen für das Radfahren und den Bau von Rad-Highways in den Ballungsräumen aus.

Der VCÖ weist darauf hin, dass die Hälfte der täglichen Autofahrten kürzer als fünf Kilometer ist. „Wenn jedoch der einzige Weg von einer Siedlung zum nächstgelegenen Ort oder Bahnhof über eine Freilandstraße führt, auf der Autos und Lkw mit 80 km/h oder mehr unterwegs sind, ist es kein Wunder, dass selbst kurze Strecken mit dem Auto gefahren werden“, spricht sich VCÖ-Experte Gansterer für den Ausbau der Radrouten aus. Zudem sollen in den Ballungsräumen möglichst kreuzungsfreie Radverbindungen (Rad-Highways) Pendlerinnen und Pendler den Umstieg vom Auto aufs Rad erleichtern.

Großes Potenzial liegt laut VCÖ zudem in der Kombination Rad und Öffentlicher Verkehr. Neben der guten Erreichbarkeit von Haltestellen und Bahnhöfen mit dem Rad braucht es dort auch ausreichend wettergeschützte und sichere Radabstellplätze.

Innerhalb des Ortsgebiets soll mehr Platz für das Radfahren geschaffen werden, Verkehrsberuhigung und Tempo 30 statt 50 würden mehr Menschen das Radfahren ermöglichen. Investitionen in Radwege schaffen doppelt so viele Arbeitsplätze wie die gleiche Summe in den Autobahnbau, macht der VCÖ aufmerksam. Pro Milliarde Euro schaffen laut Angaben des VCÖ Investitionen in die Radfahrinfrastruktur und in Verkehrsberuhigung direkt rund 11.500 Arbeitsplätze, für Autobahnen und Schnellstraßen hingegen nur 5.800 Jobs.

„Die Förderung des Radverkehrs verbessert die Luftqualität in den Städten, ermöglicht der Bevölkerung eine gesunde und kostengünstige Mobilität, verringert die Staus und bringt Österreich seinen Klimazielen Stück näher“, sagt VCÖ-Experte Gansterer.

 

VCÖ Pressemitteilung