VCÖ: „Parkpickerl“ nützt der Wirtschaft
Verkehr & Luft & Industrie
In einem neuen Factsheet des Verkehrsclubs Österreich (VCÖ) werden die Folgen der Einführung des „Parkpickerls“ in zehn Wiener Bezirken analysiert.Das Ergebnis: die Parkraumbewirtschaftung ist nicht nur gut für Anrainer, die Umwelt und die Gesundheit der Menschen, sie hat auch signifikante positive wirtschaftliche Auswirkungen: in den Wiener Bezirken, in denen das „Parkpickerl“ eingeführt wurde, gäbe es doppelt so viele Unternehmungsgründungen als in den anderen Bezirken, berichtet der VCÖ.
Die Ergebnisse der Analyse zeigen, dass die Parkraumbeschränkung in Wien viele positive Effekte hat. Das den Verkehr behindernde Falschparken hat in den Bezirken, in denen „Parkpickerl“ Pflicht sind, um 80 Prozent abgenommen. Die Parkdauer ist gesunken, was den Geschäften nützt, da sich die Kundenfrequenz erhöht. In den Bezirken gibt es laut VCÖ rund doppelt so viele Unternehmungsgründungen wie in Bezirken ohne Parkraumbeschränkung. Zwei Drittel der Bevölkerung befürworten diese Maßnahme.
Der PKW-Verkehr kostet laut VCÖ auch merklich mehr, als Autofahrer zahlen und diese Kosten werden von der Allgemeinheit getragen, inklusive den 40 Prozent der Haushalte, die keine Autos besitzen.
„Die täglich rund 1,6 Millionen Autofahrten in Wien belasten die Luft mit rund einer halben Tonne gesundheitsschädlichem Feinstaub, mit rund zwei Tonnen giftigem Stickoxid und rund 2.000 Tonnen CO2 pro Jahr. Der Autoverkehr in Wien verursacht Gesundheits- und Umweltkosten von mehr als 200 Millionen Euro pro Jahr“, kritisiert der VCÖ in seinem Factsheet Parkraumbewirtschaftung“.
Die Pendler tragen viel zum Parkplatzproblem in Wien bei. Jeder vierte PKW in Bezirken ohne Parkraumbewirtschaftung hätte laut VCÖ kein Wiener Kennzeichnen. Der Verkehrsclub fordert eine Ausweitung der Parkgebühren auch auf andere Bezirke, und kalkuliert, dass eine Ausweitung auf die Bezirke 10 – 19 zu einer Verminderung des Verkehrs um rund 35 Prozent führen würde.
Auch eine Reform der Parkraumbewirtschaftung wird gefordert. In Europa ginge der Trend zu gestaffelten Parkgebühren. Mit der Nähe zum Zentrum steigen die Tarife. Auch Tarife, welche die Fahrzeuggröße und die Tageszeit berücksichtigen, hätten eine positive, steuernde Wirkung.
Das Factsheet „Parkraumbewirtschaftung“ steht online gratis als Download zur Verfügung.