VCÖ und Vier Pfoten fordern Beschränkung der Tiertransporte
Landwirtschaft, Gentechnik & Tierschutz, Verkehr & Luft & Industrie
Massive Kritik üben der Verkehrsclub Österreich (VCÖ) und die Tierschutzorganisation Vier Pfoten am bestehenden Tiertransportgesetz. Sie fordern bessere Transportbedingungen und eine Beschränkung der Tiertransporte auf acht Stunden.Die Europäische Union sieht Transporte bis acht Stunden als "Kurzstreckentransporte", für die keine Wasserversorgung vorgeschrieben ist. Tiere dürfen bis zu 30 Stunden quer durch Europa transportiert werden. Insgesamt werden pro Jahr rund eine Milliarde Geflügel und mehr als 360 Millionen vierbeinige Nutztiere in der EU lebend transportiert. 53 Prozent der grenzüberschreitend transportierten Schweine sind mehr als acht Stunden lang unterwegs, bei Kälbern beträgt der Anteil 34 Prozent.
In der EU sind internationale Lebendtiertransporte bei Rindern, Ziegen und Schafen bis zu einer Dauer von 30 Stunden erlaubt. Erst nach 14 Stunden muss eine Pause eingelegt werden. Pferde dürfen 24 Stunden lang transportiert werden und müssen nur alle acht Stunden getränkt und gefüttert werden. Noch schlechter ergeht es Schweinen: Diese dürfen 24 Stunden ohne Pause transportiert werden.
VCÖ und Vier Pfoten fordern zudem mehr Kontrollen von Tiertransporten auf der Straße. Im Vorjahr wurden in Österreich 136.450 Tiertransporte kontrolliert, fast alle in den Schlachthöfen, nur 1.218 Tiertransporter wurden auf der Straße kontrolliert, um 358 weniger als im Jahr 2009. Damit fahren der Großteil der Transit-Tiertransporter unkontrolliert durch Österreich.
"Tiere tausende Kilometer quer durch Europa zu transportieren verursacht viel Tierleid und zudem viel Transit-Verkehr. Auch deshalb ist es wichtig, dass EU-weit eine Mindestmaut für Lkw eingeführt wird", betont VCÖ-Expertin Rasmussen. Der Lkw-Verkehr in der EU verursacht so genannte externe Kosten in der Höhe von rund 120 Milliarden Euro pro Jahr. Das sind Schäden, die zwar von den Lkw verursacht, aber nicht vom Lkw-Verkehr, sondern von der Allgemeinheit bezahlt werden. Auch deshalb ist die steuerliche Begünstigung von Diesel abzuschaffen und Diesel gleich hoch zu besteuern wie Benzin.