Viehzucht-Medikament Schuld an der Ausrottung der Geier in Indien?

Natur & Biodiversität

Mehr als 97 Prozent der Geier in Indien starben in den letzten 15 Jahren an Nierenversagen.

Vor dreißig Jahren gab es in Indien noch 40 Millionen Geier, jetzt sind diese Vögel fast ausgerottet. Schuld daran dürfte laut WissenschafterInnen ein Medikament sein, das in Indien bis vor kurzem im Rahmen der Rinderzucht eingesetzt wurde. Das Medikament „Diclofenac“ führt bei Geiern zu tödlichem Nierenversagen.

Geier fressen die Kadaver toter Tiere und die Vögel nehmen durch ihre Nahrung dadurch auch das Medikament auf. Für die Geier ist das Medikament tödlich, ihre Population hat sich seit den 80er Jahren um mehr als 97 Prozent verringert.

Der Weißrückengeier, eine bis dahin weit verbreitete Art, wurde praktisch zur Gänze ausgerottet.

Nachdem die katastrophalen Auswirkungen des Medikaments für die Geier bekannt wurden, wird seit einigen Jahren in der indischen Rinderzucht ein anderes Medikament eingesetzt.

Ein rund 15-minütiges Video über die fast vollständige Ausrottung der Geier in Indien sowie die Versuche von TierschützerInnen, die restliche Population der Geier zu retten, kann auf Green TV angesehen werden.

Green TV: RSPB Asia Vultures (en)
RSPB: Saving Asia’s Vultures from Extinction (en)