Virtuelle Reise durch Österreichs Umweltgeschichte
28. Jan 21
Anlässlich des Welttags der Umweltbildung am letzten Dienstag hat das Haus der Geschichte in Wien einen neuen Audioguide zur Umweltgeschichte Österreichs ins Netz gestellt. Die Schau über Österreichs facettenreichen Umgang mit der Umwelt - von der Industrialisierung über faschistische Naturidealisierung bis zur „Fridays for Future“-Bewegung - wird als explizit Lockdown-tauglich angeboten und bis Ende 2022 laufen. Die zwölf Stationen im Rahmen der Ausstellung „Neue Zeiten – Österreich seit 1918“ können von zu Hause aus via Smartphone oder Computer angehört werden.
Startpunkt dieses Audioguides ist die Industrialisierung im 19. Jahrhundert. Damals habe der massive Eingriff in die Landschaft und damit auch die Verschmutzung von Boden, Gewässern und Luft begonnen, erklärt die Leiterin der Kulturvermittlung im Haus der Geschichte, Eva Meran. Die gravierenden Folgen seien in dieser Zeit noch kein Thema gewesen.
Im Austrofaschismus und während des Nationalsozialismus wurde die Umwelt dann symbolisch aufgeladen und politisch instrumentalisiert. Nach dem Krieg spielten die umweltschädlichen Folgen im Rahmen des Wiederaufbaus politisch noch keine Rolle, so Meran. Erst mit der Ölpreiskrise 1973 sei man sich bewusst geworden, dass natürliche Ressourcen auch enden wollend seien. Als Antwort setzte man auch in Österreich zunächst auf die Kernkraft.
Umdenken nach Zwentendorf und Hainburg
In der Umweltgeschichte Österreichs hat die Zivilgesellschaft bereits zahlreiche Bewegungen angestoßen. Dementsprechend in der Ausstellung berücksichtigt werden die Volksabstimmung 1978 über das Kernkraftwerk Zwentendorf und die Besetzung der Hainburger Au 1984. Ebenso wird das mit 1,2 Millionen Unterschriften 1997 bislang zweiterfolgreichste Volksbegehren in Österreich - gegen die Verwendung von Gentechnik - thematisiert.
Die Ausstellung endet mit Plakaten der „Fridays for Future“-Protesten, welche auch direkt vor der Haustür des Museums am Heldenplatz stattfanden. 30.000 Menschen hatten im März 2019 an dem geschichtsträchtigen Ort für mehr Klimaschutz demonstriert.