Vorerst keine weiteren Anbauzulassungen für Genpflanzen, aber…
Umweltrecht & KonsumentInnenschutz (EBI,TTIP), Landwirtschaft, Gentechnik & Tierschutz
In diesem Jahr wird es in der EU wohl keine weiteren Anbauzulassungen für Genpflanzen geben. Das berichtet das unabhängige Institut Testbiotech.Nach Informationen von Testbiotech hat die EU-Kommission mehrere Gutachten der europäischen Lebensmittelbehörde EFSA zu drei gentechnisch veränderten Maissorten zurückgewiesen. Die Risikobewertung von Genpflanzen müsse unter Einbeziehung neuer wissenschaftlicher Daten verbessert werden, forderte die Kommission. Die EFSA will sich nun bis zum Ende des Jahres zeitlassen, um neue Gutachten zu erstellen. Dadurch verzögert sich der Zulassungsprozess bis ins nächste Jahr. Der Kommission liegen zwar weitere Zulassungsanträge zum Beispiel für Gensoja vor, aber auch hier macht der aktuelle Bearbeitungsstand eine baldige Anbaugenehmigung unwahrscheinlich.
Bislang waren viele Beobachter davon ausgegangen, dass Gesundheits- und Verbraucherschutzkommissar John Dalli schon im Herbst weitere Genpflanzen für den Anbau in der EU zulassen würde. Diese Vermutung hatte neue Nahrung erhalten, nachdem sich die EFSA Ende Juni für den Anbau von gentechnisch veränderter Soja ausgesprochen hatte.
„Wir sehen diesen Schritt als ein erstes Signal der EU Kommission, dass die vorliegende Risikobewertung von Gentechnikpflanzen erheblich verbessert werden muss", sagte Christoph Then von Testbiotech. Kritiker hatten der EFSA immer wieder zu wenig Unabhängigkeit vorgeworfen.
Ein genereller Richtungswechsel der EFSA und der als gentechnikfreundlich geltenden EU-Kommission sei aber nicht zu erwarten.Erst am 24. Juli sagte die Chefberaterin für Wissenschaft der Europäischen Kommission, Anne Glover, in einem Interview, dass das Risiko beim Verzehr von gentechnisch veränderten Organismen (GVO) nicht höher sei als das bei traditionell hergestelltem Essen. [DNR, ih, EurActive]
DNR: Vorerst keine weiteren Anbauzulassungen für Genpflanzen
Meldung von Testbiotech
EurActive: EU science advisor: Lots of policies are not based on evidence