Wald- und Klimaschutz: informeller Umweltministerrat diskutiert

Natur & Biodiversität, Klima & Energie

Der informelle Umweltministerrat in Brdo am 11./12.4.2008 widmete sich insbesondere den Zusammenhängen zwischen dem Schutz der Wälder und dem Klimaschutz. Die MinisterInnen stimmten darin überein, dass nachhaltiges Forstmanagement sowohl zum Klimaschutz als auch zum Schutz der Biodiversität beitragen muss.
Diskutiert wurde unter anderem auch die Idee, Wiederaufforstung oder auch die "Vermeidung von Entwaldung" mit Zertifikaten aus dem EU-Emissionshandelssystem zu "belohnen".

Umweltkommissar Dimas kündigte an, die Europäische Kommission werde "bald" ein Papier zur Emissionsreduktion und Biodiversitätsverlusten durch Abholzungen in armen Ländern vorlegen, darin werde es insbesondere um die Finanzierung von Maßnahmen gehen.
Der deutsche Umweltminister Sigmar Gabriel setzte sich stark dafür ein, die Einnahmen aus der Versteigerung der Zertifikate für den Emissionshandel nach 2012 für die Bekämpfung der Entwaldung zweckzuwidmen. Weiters fordert Gabriel, die Nachhaltigkeitskriterien für Agrokraftstoffe sollten auch für Futtermittel gelten.

John Hontelez, Generalsekretär des EEB, nutzte den informellen Umweltministerrat, um vor zu allzu großen Hoffnungen auf Agrokraftstoffe der zweiten Generation zu warnen: Die Produktion der Grundstoffe würde weiterhin Platz, Nährstoffe und Wasser verbrauchen, die Konkurrenz mit Nahrungsmittelproduktion und Biodiversität bliebe bestehen.

Pressemeldung Präsidentschaft (en)
Schlussfolgerungen der Präsidentschaft (en)
Website zum Treffen (en)
Statement deutscher Umweltminister Gabriel