Waldbrandsaison 2021 in Europa zweitschlimmste seit Beginn der Aufzeichnungen
Die Gemeinsame Forschungsstelle der EU-Kommission hat Anfang letzter Woche ihren neuen Jahresbericht über Waldbrände in Europa, im Nahen Osten und Nordafrika für das Jahr 2021 vorgestellt. Dabei zeigt der Report: Die Waldbrandsaison 2021 in Europa ist die zweitschlimmste seit Beginn der Aufzeichnungen vor 16 Jahren.
Insgesamt brannten im Vorjahr über 5.500 Quadratkilometer Land ab. Das entspricht mehr als der doppelten Fläche Luxemburgs. Dabei liegt ungefähr ein Fünftel der abgebrannten Fläche in den „Natura 2000“-Schutzgebieten. Besonders stark hat es Italien getroffen. Auf die Fläche bezogen hat das Land den größten Schaden zu verzeichnen, gefolgt von der Türkei, Portugal und Griechenland. Ein Viertel der vernichteten „Natura 2000“-Gebiete liegt ebenfalls in Italien.
Zwar befasst sich der Bericht noch nicht mit den diesjährigen Bränden, die noch verheerender waren als jene Brände im Jahr 2021. Vorläufige Daten zeigen jedoch, dass sich dieser „besorgniserregende Trend“ fortsetzt, denn bereits im laufenden Jahr sind rund 8.600 Quadratkilometer in Europa durch Waldbrände zerstört worden.
Zudem zeigt der Waldbrände-Bericht auch: Dieses Jahr ist das zweite innerhalb eines Jahrzehnts, in dem mehr Hilfsersuche an das Katastrophenschutzverfahren der EU (RescEU) als je zuvor gestellt worden sind. Das Katastrophenschutzverfahren der EU stellte Flugzeuge, Hubschrauber und Feuerwehrleute in elf Fällen für sechs Länder bereit.
WMO: Temperaturen stiegen in Europa doppelt so schnell wie im Rest der Welt
Die Weltorganisation für Meteorologie (WMO) belegt mit einem neuen, ebenso in der Vorwoche präsentierten Bericht, dass die Temperaturen in Europa in den letzten 30 Jahren doppelt so schnell angestiegen sind wie im globalen Durchschnitt und so stark wie auf keinem anderen Kontinent der Welt. Falls der Erwärmungstrend anhalte, würden außergewöhnliche Hitze, Waldbrände, Überschwemmungen und andere Auswirkungen des Klimawandels die Gesellschaft, Wirtschaft und Ökosysteme beeinträchtigen, warnt die WMO.
Dieser Bericht - State of the Climate in Europe -, welcher zusammen mit dem Copernicus Climate Change Service der Europäischen Union erstellt wurde, konzentriert sich auf das Jahr 2021. Er enthält Informationen über steigende Temperaturen, Hitzewellen an Land und im Meer, extreme Wetterverhältnisse, sich verändernde Niederschlagsmuster und den Rückgang von Eis und Schnee. Zudem stellt er verschiedene Szenarien für die Zukunft vor und zeigt die Auswirkungen des Klimawandels unter anderem auf die Gesundheit, Ökosysteme und Mobilität.
EU-Kommission: Europäischer Waldbrandbericht (europa.eu)
WMO: Temperatures in Europe increase more than twice global average
EU-Kommission: Katastrophenschutzverfahren der Union (rescEU)
DNR: Waldbrände und steigende Temperaturen: besorgniserregender Trend