Weiterhin starker Rückgang der landwirtschaftlichen Betriebe in Österreich

Landwirtschaft, Gentechnik & Tierschutz

EU-Landwirtschaftszählung 2010 - Rückgang der Betriebe um 20 Prozent, aber nur zwei-prozentige Verringerung der landwirtschaftlichen Fläche.
Das Bauernsterben in den Mitgliedsländern der Europäischen Union schreitet unaufhaltsam voran, der Trend geht zu großen Agrarbetrieben.

Eurostat, das statistische Amt der EU, hat die neuesten (vorläufigen) Ergebnisse der Landwirtschaftszählung für 2010 veröffentlicht. Die Zählung wird alle zehn Jahre in den Mitgliedsländern der EU sowie den EFTA-Ländern durchgeführt.

Im Jahr 2010 gab es in der EU knapp über 12 Millionen landwirtschaftliche Betriebe und eine landwirtschaftlich genutzte Fläche von 170 Millionen Hektar. Das bedeutet im Vergleich zum Jahr 2003 eine Verringerung der Betriebe um 20 Prozent und eine Reduktion der Fläche um 2 Prozent.

Sieben Mitgliedstaaten machen mehr als 80 Prozent der landwirtschaftlichen Betriebe aus, an erster Stelle steht Rumänien mit 3,9 Millionen Betrieben bzw. 32 Prozent der gesamten EU-Betriebe (gefolgt von Italien, Polen, Spanien, Griechenland, Ungarn, und Frankreich).

Die landwirtschaftlich genutzte Fläche verringerte sich zwischen 2003 und 2010 in 18 Mitgliedstaaten und erhöhte sich in neun. Die größten Rückgänge verzeichneten Zypern (-24,3%), die Slowakei (-9,4%) und Österreich (-8%).

Nicht nur die genutzte Fläche, auch die Anzahl der bäuerlichen Betriebe reduzierte sich in Österreich weiterhin. Im Jahr 2000 wurden in Österreich noch rund 199.500 Landwirte gezählt, 2010 nur noch 154.000. Das ist ein Rückgang von 11,4 Prozent.

Im Jahr 1990 gab es in Österreich noch rund 273.200 landwirtschaftliche Betriebe, fast 44 Prozent der bäuerlichen Betriebe gingen in den letzten 20 Jahren verloren.

Eurostat Pressemitteilung
Agricultural Census (en)
Vorläufige Ergebnisse für 2010 (en)