Weltbiodiversitätsrat nimmt Arbeit auf

Natur & Biodiversität

Am Montag, den 21. Januar 2013, trat der Weltrat für biologische Vielfalt (IPBES – Intergovernmental Science-Policy Platform on Biodiversity and Ecosystem Services) zu seiner ersten offiziellen Sitzung im Alten Plenum des World Conference Center in Bonn zusammen. Der IPBES liefert auf Fragen von Regierungen, multilateralen Umweltabkommen, UN-Institutionen und anderen relevanten Entscheidungsträgern im Bereich Biodiversität und Ökosystemdienstleistungen wissenschaftliche Informationen. Als höchstes Entscheidungsgremium wird das Plenum der Mitgliedsstaaten die Auswahl und Reihenfolge der zu behandelnden Themen bestimmen.

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland fasst die Hauptaufgaben des IPBES auf seiner Webseite zusammen. Es geht dabei vor allem um die Setzung von Prioritäten, die Sammlung und Verbreitung von Informationen – auch als Grundlage für politische Entscheidungen – sowie um Fragen der personellen und finanziellen Ressourcen zum Schutz der Biodiversität.

Hubert Weiger, BUND-Vorsitzender, begrüßt die Schaffung des IPBES: "Die biologische Vielfalt ist die Grundlage unseres Lebens – und sie wird in rasantem Tempo zerstört. Bislang werden die wissenschaftlichen Erkenntnisse darüber in politische Entscheidungen viel zu wenig einbezogen. Der neue Weltrat muss dies ändern. Um wirklich zum Erhalt der biologischen Vielfalt beizutragen, darf der Weltrat aber nicht nur Probleme benennen, sondern muss auch Handlungswege für die Politik aufzeigen. Der Rat muss deutlich machen, wie Landnutzung, Subventionspolitik und Naturschutz verändert werden müssen, um den dramatischen Verlust der Artenvielfalt zu stoppen."

Gleichzeitig fordert er den Weltrat zu einer transparenten Arbeit unter Beteiligung der Zivilgesellschaft auf: "Zahlreiche Unternehmen mit handfesten Eigeninteressen an der Ausbeutung der biologischen Vielfalt und rein national motivierte Entscheidungen von Regierungen drohen schon jetzt die Unabhängigkeit des Gremiums zu gefährden. Diesem Einfluss müssen die Bedürfnisse und die Expertise der Zivilgesellschaft gegenübergestellt werden. Der Weltrat für biologische Vielfalt muss unabhängig bleiben."

BUND Pressemitteilung