Welternährung an den Grenzen des Wachstums

Kommenden Herbst wird der Generalsekretär der Vereinten Nationen António Guterres zu einem Welternährungsgipfel nach New York – dem UN Food Systems Summit (UNFSS) - laden. Damit sollen die Weichen dahingehend gestellt werden, die Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDGs) doch noch zu erreichen. Zuvor gilt es allerdings, die Antworten auf die dringendsten Probleme des globalen Ernährungssystems wie vor allem zunehmenden Hunger, Mangel- und Fehlernährung, Biodiversitätsverlust und die fortschreitende Klimakrise zu finden.

Doch bei genauerem Hinsehen könnten sich die großen Ziele und der Gipfel selbst als Rückschritt für Inklusivität und Partizipation entpuppen, warnt das Forum Umwelt & Entwicklung. Vielmehr biete der Gipfel den Lobbyist*innen „eine Spielwiese“ und untergrabe bestehende UN-Prozesse und Institutionen.

„Volle Speicher, leere Teller“

„Die Speicher sind voll, doch die Teller bleiben leer“, warnt Ramona Bruck, Forum Umwelt & Entwicklung-Referentin und Redakteurin der Forum-Zeitschrift „Rundbrief“. Diesem Paradox kommt Roman Herre im Leitartikel auf die Spur. Dabei schildert er, wie das industrielle Ernährungssystem mit dessen „festgefahrenen, industriefreundlichen Strukturen“ Menschenrechte untergraben. Herre nimmt dabei strukturelle Ursachen unter die Lupe.

Kritisch betrachtet das Forum Umwelt & Entwicklung auch die Prozesse der Marktliberalisierung und „Finanzialisierung“ im Hinblick auf Ernährung und Landwirtschaft. Es warnt auch vor einer Kommerzialisierung der Ressource Wasser, welches kein probates Mittel zur Lösung der globalen Wasserkrise sei. In den vergangenen Jahrzehnten habe der Einfluss von Finanzmarktakteur*innen und Märkten auf sämtliche ökonomische und gesellschaftliche Bereiche zugenommen. „Die Zeit ist reif für eine ambitionierte und umfassende agrarökologische, menschenrechtsbasierte Transformation der Ernährungssysteme“, betont Bruck.

Das Forum Umwelt & Entwicklung wurde 1992 nach der UN-Konferenz für Umwelt und Entwicklung gegründet und koordiniert die Aktivitäten deutscher Nichtregierungsorganisationen in internationalen politischen Prozessen hinsichtlich nachhaltiger Entwicklung.


Forum Umwelt und Entwicklung - Rundbrief