Westbalkan: 19.000 Todesfälle wegen Luftverunreinigung durch Kohlekraftwerke

Laut dem am Dienstag veröffentlichten Bericht des CEE Bankwatch Network und des Centre for Research on Energy and Clean Air (CREA) sind in den vergangenen drei Jahren schätzungsweise 19.000 Menschen an den Folgen von Luftverschmutzung durch Kohlekraftwerke in den westlichen Balkanstaaten gestorben.

Bei den in den Nationalen Emissionsreduktionsplänen (NERPs)1 von Bosnien und Herzegowina, dem Kosovo, Nordmazedonien und Serbien enthaltenen Anlagen stiegen die Emissionen an. In den Jahren 2018 und 2019 emittierten Kohlekraftwerke, die in die NERPs aufgenommen wurden, etwa sechs Mal so viel Schwefeldioxid (SO2) wie erlaubt, im Jahr 2020 sogar 6,4 Mal so viel. Die Anlagen emittierten im Zeitraum zwischen 2018 und 2020 rund 1,6-mal so viel Staub wie erlaubt. Insgesamt waren im Jahr 2020 die gesamten Schwefeldioxid-Emissionen von Kohlekraftwerken auf dem Westbalkan 2,5-mal so hoch wie die von allen Kohlekraftwerken in der Europäischen Union.

Der Bericht weist auch darauf hin, dass die Luftverschmutzung durch Kohlekraftwerke in Serbien, dem Kosovo, Bosnien und Herzegowina, Nordmazedonien und Montenegro nicht nur die Menschen in diesen Ländern, sondern auch jene in den benachbarten EU-Ländern beeinträchtige. Dies betreffe vor allem die Staaten Rumänien, Ungarn und Griechenland.

Schwefeldioxidemissionen weit über Grenzwerten

Zwar hätten in den letzten drei Jahren neue Luftverschmutzungsstandards zu einer Verringerung der schädlichen Emissionen aus Kohlekraftwerken auf dem gesamten Westbalkan geführt, aber im Jahr 2020 haben - trotz der rückläufigen Wirtschaftstätigkeit infolge der COVID-19-Pandemie - die Schwefeldioxidemissionen von Kohlekraftwerken in der gesamten Region diese gesetzlichen Grenzwerte immer noch eklatant überschritten.

Ergänzend zu dem Bericht zeigen Satellitendaten und atmosphärische Modellergebnisse, wie sich die Verschmutzung durch die nicht konformen Kohlekraftwerke auf dem Westbalkan über den Kontinent ausbreitet.

Bankwatch und CREA fordern nun die Europäische Union zum Handeln auf. So sollen die Länder des westlichen Balkans beim Ausstieg aus fossilen Brennstoffen wie der Kohle unterstützt werden.
 

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DNR: Tödliche Luftverschmutzung