Wieder europäisches Patent auf Leben

Landwirtschaft, Gentechnik & Tierschutz

Das Europäische Patentamt (EPA) hat der australischen Firma Bionomics bereits Ende Juli ein Patent auf ein menschliches Gen und damit gentechnisch veränderte Schimpansen und andere Tiere erteilt. Das bestätigte ein Sprecher des EPA.

Das Patent bezieht sich auf eine Gensequenz, die beispielsweise bei Immun- oder Krebserkrankungen eine Rolle spielt. Vor allem in der Krebsforschung sollen gentechnisch veränderte Schimpansen als Versuchstiere zum Einsatz kommen. Dafür soll bei den Menschenaffen die patentierte Gensequenz deaktiviert werden. Das erteilte Patent sei allerdings keine Genehmigung für Tierversuche, teilte das EPA mit.

Der Verein Testbiotech für unabhängige Folgenabschätzung in der Biotechnologie kritisiert das Patent, weil es ethische Grenzen verletzt. „Bionomics hat über ein Dutzend Patentanträge eingereicht, in denen gentechnisch veränderte Schimpansen beansprucht werden, die alle möglichen Krankheitssymptome zeigen sollen. Dabei wird gerade von Menschenaffen angenommen, dass sie über ein menschenähnliches Bewusstsein verfügen“, sagt Christoph Then von Testbiotech. „Bionomics gehen die Geschäfte anscheinend über alles. Die Investoren von Bionomics, zu denen auch viele namhafte Banken gehören, müssen sich fragen lassen, warum sie nicht die Einhaltung ethischer Grenzen verlangen.“

Darüberhinaus stellte der Verband Patente auf menschliche Gene generell in Frage. Diese würden nicht erfunden, sondern entdeckt und aus dem Körper isoliert. Bereits im vergangenen Jahr war Testbiotech zusammen mit anderen NGOs gegen drei Patente auf genetisch veränderte Schimpansen vorgegangen. Auch jetzt erwägt die Organisation Einspruch gegen die Entscheidung des EPA. [ih, Quelle: DNR]

Quelle, DNR: Wieder europäisches Patent auf Leben
Pressemitteilung Testbiotech
Aufruf gegen Patente auf Schimpansen