WikiLeaks: Katastrophale Zustände auf chinesischen Tiger- und Bärenfarmen
Landwirtschaft, Gentechnik & Tierschutz
US-Diplomat kann auf „wissenschaftlichen“ Tiger- und Bärenfarmen keine Forschungstätigkeiten feststellen.In einem Botschaftsdokument, das auf WikiLeaks veröffentlicht wurde, kritisiert ein US-Diplomat die Maßnahmen Chinas zum Schutz der gefährdeten Tiger. Bei inoffiziellen Besuchen auf zwei „wissenschaftlichen“ Tiger- und Bärenfarmen konnte der Diplomat keinerlei Forschungstätigkeiten feststellen und auch das Personal dieser Farmen wusste nichts über angebliche wissenschaftliche Forschungen.
Stattdessen konnte der Diplomat Tierquälerei in großem Umfang beobachten. Auf der „Guilin Xiong Seng Tiger and Bear Farm“ in der Provinz Guangxi beobachtete er, wie die Tiere mit Metallstäben und Peitschen geschlagen wurden. Die Tiere wurden vor allem für Zirkusvorführungen verwendet und in kleinen Käfigen gehalten. Auf der Farm befanden sich zum Zeitpunkt der Inspektion im Jahr 2007 rund 1.300 Tiger und 400 Bären, weiters eine kleinere Anzahl an Löwen.
Im Souvenir-Shop wurden Bärengalle und „Tigerwein“ verkauft. Der Wein enthält Knochenpulver von Tigern. Vor allem bei koreanischen Touristen aber auch in der chinesischen Medizin sind diese Tierprodukte sehr beliebt.
Der Diplomat konnte keinerlei Anzeichen dafür erkennen, dass die Tiere irgendwann einmal ausgewildert werden sollten.
Der US-Diplomat besuchte auch die „Longyan Tiger Reserve“, eine kleinere Farm, auf der 22 Tiger gehalten wurden. Auch dort konnte er nur kommerzielle Aktivitäten dokumentieren.
Guardian: US diplomat posed as Korean tourist in undercover visit to China tiger farm. (en)
WikiLeaks-Cable: „Devouring Dragon, Disappearing Tigers: A Look at South“ (en)