WissenschafterInnen protestieren gegen EU-Zulassung von Gen-Soja

Landwirtschaft, Gentechnik & Tierschutz

Die WissenschafterInnen des „European Network of Scientists for Social and Environmental Responsibility“ sowie mehrere internationale Umweltschutzorganisationen haben bei der EU-Kommission eine Beschwerde gegen die Zulassung einer gentechnisch manipulierten Sojabohne der Firma Monsanto eingelegt.

Die Sojabohne, die unter dem Markennamen „Intacta“ vermarktet wird, soll hauptsächlich in Brasilien angebaut und geerntet und dann als Lebens- und Futtermittel in die Europäische Union eingeführt werden. Die Sojabohne ist resistent gegen das Pflanzengift Glysophat, das unter dem Namen „Roundup“ bekannt ist.

Die WissenschafterInnen kritisieren, dass von der Europäischen Lebensmittelbehörde EFSA keine entsprechende Risikobewertung für diese Sojabohne durchgeführt wurde, in der Art und in dem Umfang wie sie vom Gesetz vorgesehen ist. Die Organisation Testbiotech hat ein Dossier zusammengestellt, das die Mängel der EFSA-Prüfung auflistet. Auch ein Rechtsgutachten wurde erstellt.

Bei Zurückweisung der Beschwerde durch die EU-Kommission besteht nach EU­Verordnung 1367/2006 die Möglichkeit einer Klage vor dem Europäischen Gerichtshof.

ENSSER Pressemitteilung (pdf)
Testbiotech Gutachten vom Juli 2012 (en, pdf)