WMO & UNEP mahnen: Letzte Chance im Kampf gegen den Klimawandel

 Die atmosphärische CO2-Konzentration ist auf dem höchsten Stand seit 800.000 Jahren und die bisher vorgelegten Klimaschutzzusagen reichen selbst bei ihrer Einhaltung nicht, um die Ziele der Pariser Abkommens zu erreichen. Diese beiden alarmierenden Erkenntnisse veröffentlichten die Weltwetterorganisation (WMO) und das UNO-Umweltprogramm (UNEP) diese Woche. Sie untermalen den akuten Handlungsbedarf im Vorfeld der Weltklimakonferenz in Bonn, die am 6. November beginnt.

Im Jahr 2016 erreichte die CO2-Konzentration in der Erdatmosphäre 403,3 ppm (parts per million, Teile pro Million). Damit liegt sie bei 145 % im Vergleich zum vorindustriellen Wert von 280 ppm. Einen so großen Anstieg der CO2- Konzentration in einem so kurzen Zeitraum wurde bisher noch nie beobachtet, so das Fazit der Ergebnisse des diesjährigen Greenhouse Bulletin der Weltwetterorganisation. Ein weiter Anstieg des CO2-Levels oder anderer Treibhausgase kann zu „unvorhersehbaren ökonomischen und ökologischen Folgen“ führen.

Um diese so gering wie möglich zu halten, einigten sich die Staaten 2015 bei der Pariser Weltklimakonferenz, Klimaschutzmaßnahmen zu implementieren, um den Anstieg der Erderwärmung um 2 Grad und, wenn möglich, um 1,5 Grad zu begrenzen. Im achten „Emissions Gap Report“ konzentrierte sich das UNO-Umweltprogramm auf die Lücke, die sich zwischen der erforderlichen CO2-Einsparung zur Erreichung der Pariser Klimaziele, und der Einsparungen, die sich bei einer vollständigen Umsetzung die bisherigen Klimaschutzzusagen ergeben würden. Das Ergebnis ist erschütternd: die derzeit geplanten CO2-Einsparungen führen trotzdem noch zu einer Erhöhung der Erdtemperatur um mindestens drei Grad.

 

orf.at: UNEP-Bericht: Katastrophale Klimapolitik

WMO Greenhouse-Bulletin

UNEP Emissions Gap Report