WWF: Living Planet Report 2014 dokumentiert großen Artenverlust
Nachhaltigkeit & Wirtschaft (Greenjobs)
In den letzten 40 Jahren sind 52 Prozent der Arten verloren gegangen, schreibt der WWF im neuen Weltzustandsbericht „Living Planet Report 2014“, der alle zwei Jahre veröffentlicht wird.Im Durchschnitt hat sich die Anzahl der untersuchten Säugetiere, Vögel, Reptilien, Amphibien und Fische damit halbiert. Am schlimmsten traf es die im Süßwasser lebenden Tiere. Sie haben um mehr als drei Viertel abgenommen. Die tropischen Regionen leiden wesentlich mehr am Verschwinden der Arten als die gemäßigten Zonen. Besonders dramatisch ist die Lage in Lateinamerika, wo ein Artenverlust von 83 Prozent gemessen wurde. Auch in der asiatisch-pazifischen Region ist der Verlust enorm. Die Lebenswelt des Meeres ging um knapp 40 Prozent zurück. Besonders betroffen davon sind Seevögel, Meeresschildkröten und Haie. In ausgewiesenen Schutzgebieten, so die gute Nachricht, verschwinden nur halb so viele Tiere wie in nicht geschützten Gebieten. In Nepal ist die Zahl der Tiger durch intensive Schutzmaßnahmen sogar um zwei Drittel gestiegen. Dramatisch hingegen ist die Situation in Südafrika, wo die Zahl der gewilderten Nashörner von 13 Tieren im Jahr 2007 auf mehr als 1.000 im Jahr 2013 angewachsen ist.
Auch steigt der Wasserverbrauch rapide an. 92 Prozent des Wassers auf der Erde ist Salzwasser. Der Rest ist Süßwasser, das aber fast zur Gänze in den Polkappen, Gletschern und unterirdischen Wasserspeichern gebunden ist. 92 des weltweiten Wasserverbrauchs gehen heute zu Lasten der Landwirtschaft. 4,4 Prozent verbraucht die Industrie und weniger als vier Prozent die Haushalte. Die Länder mit dem höchsten Wasserverbrauch sind China, Indien und die USA. Heute leben 768 Millionen Menschen weltweit ohne Zugang zu sauberem Trinkwasser. Und der Verbrauch an Süßwasser wird bis 2030 um 40 Prozent zunehmen, so der Report. Schon jetzt leiden mehr als 200 Flusseinzugsgebiete, in denen insgesamt fast 2,7 Milliarden Menschen leben, an einer mindestens einmonatigen Wasserknappheit im Jahr.
Österreich liegt mit seinem Pro-Kopf-Fußabdruck von allen untersuchten Ländern auf Platz 17. Würden alle Menschen so leben wie die Österreicher bräuchte die Menschheit 3,1 Planeten um die Bedürfnisse aller Menschen zu decken. Wir nehmen uns also dreimal so viel wie uns zusteht, schreibt der WWF. Mehr als die Hälfte des ökologischen Fußabdrucks Österreichs fällt mit 57 Prozent auf die Freisetzung von Kohlendioxid, gefolgt vom landwirtschaftlichen Anbau mit 20 Prozent.