WWF präsentiert Bodenreport

19. Feb 21

Fast ein Fünftel der bewohnbaren oder landwirtschaftlich geeigneten Fläche Österreichs bzw. 572.900 Hektar ist bereits verbaut, wie der in der Vorwoche präsentierte Bodenreport 2021 von WWF Österreich zeigt. Das entspricht mehr als der doppelten Fläche Vorarlbergs. Allein im Jahr 2019 wurden insgesamt rund 4.800 Hektar verbraucht; das sind durchschnittlich etwa 13 Hektar pro Tag.

Damit liegt der aktuelle Bodenverbrauch in Österreich um das Fünffache über dem in der Nachhaltigkeitsstrategie des Bundes bereits 2002 festgesetzten Zielwert von maximal 2,5 Hektar pro Tag bis 2010. Insgesamt liegt der Bodenverbrauch bei rund 51.000 Hektar, womit dieses politische Ziel umgerechnet um über 42.000 Hektar an verbauter Fläche verfehlt worden ist.

Die extreme Verbauung zerstört unsere Umwelt, beschleunigt die Klimakrise und belastet die Gesundheit der Menschen, betont der WWF Österreich. In einem Online-Pressegespräch am 9. Februar zeigte der WWF aktuelle Zahlen und Trends zum ausufernden Bodenverbrauch und legte als Maßnahmenbündel ein 15-Punkte-Paket vor.

Maßnahmenpaket gegen den Flächenfraß

So fordert die Umweltschutzorganisation einen gemeinsamen Bodenschutz-Vertrag von Bund, Ländern und Gemeinden. Durch eine Naturschutz-Offensive sowie die konsequente Ökologisierung des Steuersystems und der Raumordnung könne nach Einschätzung des WWF der Flächenfraß reduziert werden.

Das Umweltbundesamt definiert Bodenverbrauch als einen „dauerhaften Verlust biologisch produktiven Bodens durch Verbauung und Versiegelung für Siedlungs- und Verkehrszwecke, aber auch für intensive Erholungsnutzungen, Deponien, Abbauflächen, Kraftwerksanlagen und ähnliche Intensivnutzungen“. Beinahe die Hälfte des auf diese Art beanspruchten Bodens (41 Prozent) wird versiegelt, also mit einer wasserundurchlässigen Schicht wie Beton oder Asphalt überzogen.

In seinem Bericht weist der WWF auch darauf hin, dass der Flächenfraß mehr als doppelt so schnell wie die Bevölkerung zunimmt: So sei in den vergangenen 19 Jahren ist der Bodenverbrauch um 27 Prozent gestiegen, die Bevölkerung aber nur um 10,4 Prozent. Die Statistik Austria bewertete den Schlüsselindikator Bodenverbrauch folglich als „langfristig eindeutig negativ“.

 

WWF Österreich

WWF Österreich - Bodenreport