WWF: Startschuss für grenzüberschreitenden Schutz des Inns

Zum Weltfeuchtgebietstag am 2. Februar präsentierte eine länderübergreifende Allianz mit Projektpartnern aus Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft das neue Projekt INNsieme connect: Ein umfassendes Maßnahmenpaket soll den Inn als Lebensader für Mensch und Natur stärken mit dem Ziel, die biologische Vielfalt am Inn zu fördern. Gefährdete Arten sollen bis 2026 wieder bessere Lebensbedingungen vorfinden. Dafür braucht es grenzüberschreitende abgestimmte Schutzmaßnahmen. So sollen unter anderem zehn auf naturnahe Flüsse angewiesene Tier- und Pflanzenarten wie Flussuferläufer, Äsche und Kiesbankgrashüpfer gefördert und geschützt werden. Im Rahmen partizipativer Prozesse werden zudem Renaturierungen geplant, um gefährdeten Arten wertvolle Lebensräume zu bieten.

Wie eine Umfrage aus 2022 zeigt, schätzen die Anrainer:innen den Inn als attraktiven Erholungsraum und sprechen sich mehrheitlich für Schutzmaßnahmen aus. Entscheidend ist deswegen die Einbindung der Bevölkerung. Das Inntal ist eine bedeutende Ausbreitungs- und Wanderachse für wasser- und landbewohnende Arten. Allerdings werden der Inn und sein ökologisches Netzwerk bis heute durch intensive Nutzung stark verändert und beeinträchtigt. Inzwischen sind weniger als zehn Prozent der natürlichen Flussstrecken und Auenlebensräume erhalten. „Um dem Inn wieder mehr Naturlebensraum zurückzugeben, planen wir an geeigneten Stellen Renaturierungen und arbeiten daran, unser Flussmanagement ökologisch zu optimieren”, sagt Georg Loy von den Verbund Innkraftwerken.

Die einst üppigen Fischbestände des Inns sind heute drastisch zurückgegangen. Das liegt unter anderem daran, dass historisch der Fluss stark begradigt und verbaut wurde, Seitengewässer nicht angebunden sind und es durch den Schwall-Sunk-Betrieb von Speicherkraftwerken zu unnatürlichen Wasserstandsschwankungen kommt. Zudem gibt es aufgrund von Verbauungen des Flusses kaum noch geeignete Lebensräume, in denen sich Fische reproduzieren und Jungfische sicher aufhalten können. Um dem entgegenzuwirken wird ein breites Untersuchungsprogramm gestartet, wie wieder mehr geeignete Kieslebensräume für Jungfische geschaffen werden können.

Startschuss für grenzüberschreitenden Schutz des Inns