WWF-Studie und Petition: Essen ist kein Mist
Nachhaltigkeit & Wirtschaft (Greenjobs)
Der World Wide Fund for Nature (WWF) und „Mutter Erde“ präsentierten am 22. März 2016 einen neuen Lagebericht des Österreichischen Ökologie-Instituts zur Gesamtabschätzung der Lebensmittelabfälle in Österreich entlang der Wertschöpfungskette.Rund 760.000 Tonnen Lebensmittelabfälle und -verluste fallen jedes Jahr in Österreich entlang der Wertschöpfungskette an, Landwirtschaft und Produktion noch ausgenommen. Zu diesem Ergebnis kommt der Lagebericht des Österreichischen Ökologie-Instituts. Besonders tragisch sei, dass die Hälfte davon als potentiell vermeidbar gilt. Im Restmüll finden sich darüberhinaus zehn Prozent originalverpackte oder nur teilweise verbrauchte Produkte. Durch die vermeidbaren Lebensmittelabfälle allein bei Restaurant- und Kantinenbesuchen könnten österreichweit insgesamt zirka 380 Millionen Euro pro Jahr eingespart werden, so der WWF in einer Pressemitteilung.
„Unsere berechneten Gesamt-Lebensmittelabfälle sind als erster Richtwert zu sehen. Die 760.000 Tonnen decken nur die Bereiche ab, zu denen Daten verfügbar sind. Man kann also davon ausgehen, dass noch beträchtliche Mengen hinzukommen“, sagt Christian Pladerer vom Österreichischen Ökologie-Institut. Landwirtschaft und Produktion konnten aufgrund fehlender Daten nämlich nicht miteinberechnet werden. Hinweise aus anderen Ländern lassen jedoch auf eine nicht vernachlässigbare Lebensmittelabfallmenge in diesen Sektoren schließen.
„Wie sollen wir das gesamteuropäische Reduktionsziel – die Halbierung der Lebensmittelabfälle bis 2030 – erreichen, wenn wir nicht wissen, wo wir stehen? Wir brauchen transparente Daten und verbindliche Maßnahmen“, sagt Friederike Klein, Referentin für Nachhaltige Ernährung der WWF Österreich. Der WWF fordert deshalb klare politische Zuständigkeiten, etwa in Form einer einzig verantwortlichen Koordinierungsstelle, verbindliche Maßnahmen und Reduktionsziele für alle betroffenen Akteure entlang der Wertschöpfungskette und transparenter Daten sowie Zielüberprüfungen. KonsumentInnen können die Forderungen des WWF unterstützen, in dem sie eine entsprechende Petition des WWF unterschreiben.
WWF Pressemitteilung
WWF Factsheet zur Lebensmittelverschwendung
WWF-Petition Essen ist kein Mist