Zuchtlachs: schwere ökologische Schäden in Chile
Natur & Biodiversität
ForscherInnen entdecken zufällig, dass Lachsfarmen in Chile verheerende Auswirkungen auf das gesamte Ökosystem haben.Lachsfarmen in der Region Aysén in Südchile bedrohen die dortige Tier- und Pflanzenwelt in einem bisher unbekannten Ausmaß, so ForscherInnen des Max-Planck-Instituts und der Universität Göttingen.
Die gedrängte Haltung der Lachse erzwingt den Einsatz von Medikamenten und Pestiziden, diese treiben gemeinsam mit überschüssigem Futter und dem Kot der Zuchtfische im Wasser und verursachen schwere ökologische Schäden.
Messungen der WissenschaftlerInnen belegen, dass in der unmittelbaren Umgebung der Farmen keinerlei Leben mehr existiert. "Überall liegt ein Geruch wie von einem Bleichmittel in der Luft", so Heike Vester vom Max-Plank-Institut. Die ForscherInnen, die in der Region eigentlich die akustische Kommunikation der einheimischen Wale untersuchten, sind nur zufällig auf die Missstände aufmerksam geworden. Ihre Ergebnisse haben sie Mitte Juni im renommierten Journal „Nature“ veröffentlicht.
Mit einem Exportvolumen von mehr als zwei Milliarden US-Dollar ist Chile weltweit einer der wichtigsten Produzenten von Zuchtlachs.